Der Fliegende Holländer

Text und Musik: Lutz Hering

Blutrote Segel im Sonnenuntergang,
pechschwarze Masten mit Schatten so lang:
Der Fliegende Holländer segelt ums Kap,
bis eine liebende Seele Erbarmen hat.

Der Käpt’n an Bord, eine bleiche Gestalt,
hält mit knorrigen Händen das Ruder umkrallt.
Er steuert das Schiff zwischen Tiefen und Sand;
jedes siebente Jahr darf er einmal an Land.

Refrain:
Der Fliegende Holländer irrt übers Meer,
und wer ihn trifft, sieht die Heimat nie mehr.

Der Fliegende Holländer zu Haus im Exil,
er kennt keine Heimat, kein endliches Ziel.
Der Holländer treibt zwischen Leben und Tod
auf den Meeren der Welt im Geisterboot.

Er sucht eine Braut, wohin er auch fährt,
die Treue zu ihm übern Tod hinaus schwört.
Sie wär‘ seine Freiheit von Irrfahrt und Fluch,
vom Banne des Teufels und seinem Spruch.

Mit eisgrauen Schläfen und funkeldem Blick
umgarnt er die Frauen, verspricht ihnen Glück.
Hüte dich, Mädchen, sieh ihn nicht an,
er wird nie im Leben dein Ehemann.

Er verspricht dir die Liebe, sein ewiges Reich,
er geht mit dir fort, mit dir übern Deich.
Der Fliegende Holländer und seine Braut
sind verlorene Seelen, bevor sie getraut!